Literaturrecherche für Selbstständige – auch für deine Blogartikel

 

Wenn du ein Blog betreibst, kannst du ja nicht immer alles selber wissen. Also heißt es, Fachwissen suchen und finden. Das WWW allein ist da als Quelle nicht sinnvoll, denn alles, was wir über Suchmaschinen finden, bedarf einer gründlichen Kontrolle in Hinblick auf Glaubwürdigkeit. Besser, du gehst direkt zur Quelle. Und das ist meistens wissenschaftliche Literatur zum Thema. Doch wie findest du die passende Literatur?

 

OPAC, Google Scholar, BASE, KVK – die Bandbreite der Möglichkeiten zur Literaturrecherche ist groß

Hast du einen Leseausweis einer Universitätsbibliothek oder großen Stadtbibliothek? Dann kennst du wahrscheinlich deren Onlinekatalog, den OPAC. Er ist ein guter Ausgangspunkt die Literaturrecherche, denn hier findet sich erschlossene Literatur.
• Sie ist nach bestimmten Kriterien angeschafft,
• sie ist Fachgebieten zugeordnet
• im Katalog wird sie durch die „Erschließung“ auffindbar gemacht, mithilfe von Schlag- und Stichwörtern

Der große Vorteil von modernen Katalogangeboten: Oft kannst du zur Recherche auch auf die Bestände anderer Bibliotheken – Digibib – oder Datenbanken zurückgreifen. Doch Achtung: Mach dir klar, dass ein Katalog früher einfach ein Zettelkasten war: Du findest nicht in jedem Fall direkt den Zugriff auf den Volltext!

 

Google Scholar

Vielleicht kennst du auch Google Scholar. Das ist eine Suchmaschine aus dem Hause Google – aber schon eine besondere. Eine sogenannte Hybrid-Suchmaschine. Google hat hier Verträge mit wissenschaftlichen Verlagen, die dann die bibliografischen Angaben direkt an die Suchmaschine liefern. Deshalb ist Google Scholar so schnell – und so beliebt. Doch als Suchmaschine hat sie gegenüber Datenbanken oder Katalogen einen entscheidenden Nachteil: Sie kann und will und wird nicht „vollständig“ sein. Es handelt sich eben um Suchmaschinenergebnisse, die bestimmten Kriterien beim Durchsuchen des WWW folgen:
• Adressen mit Hochschulbezug
• Textstruktur mit Abstract und Literaturverzeichnis

So sind die Robots dieser Suchmaschine eingestellt. Hinzu kommen die Angaben der Verlage. Doch das ist eine black box – Google legt nicht offen, welche Verlage mit welchen Titeln vertreten sind – Glücksspiel. Für einen ersten Überblick zu deinem Thema kann Google Scholar hilfreich sein. Wenn du im Campusnetz deiner Hochschule recherchierst, hast du auch Zugriff auf Volltexte, die an deiner Hochschule lizenziert sind. Sagen wir mal so: Für eine quick-and-dirty-Recherche reicht’s 😉

 

BASE

BASE ist die älteste deutsche Suchmaschine für wissenschaftliche Literatur in Deutschland. Du kannst bei dem hinterlegten Link die erweiterte Suche sehen – und die große Anzahl an Filtern, die du nutzen kannst. Das große Plus von BASE ist der hohe Anteil an opensource-Quellen – d. h. du kannst in vielen Fällen die Texte direkt lesen.

 

Datenbanken

Der Unterschied zwischen OPAC und Datenbank: Datenbanken erschließen in höherem Maße auch Zeitschriftenartikel. Wenn du also „nur“ Artikel suchst, kommst du mit ihnen gut parat. Und Datenbanken gibt es viele. Schau mal beim DBIS vorbei, dem Datenbank-Informations-System. Du siehst da die Fachbereiche, zu denen es verschiedene Datenbanken gibt. Hast du einen Fachbereich ausgesucht, dann wählst du am besten dort, wo „alphabetisch“ steht“ die Option „nach Datenbanktyp“ – und dann hast die Aufsatzdatenbanken für dein Fach hübsch versammelt. Einige sind ganz frei, einige in Deutschland, andere nur im Campusnetz; es gibt auch Datenbaken, auf die du online nicht zugreifen kannst. Das zeigen dir die Farben auf der rechten Seite an.

 

KVK

Eine kompakte Suche kannst du auch beim KVK machen, dem Karlsruher Virtuellen Katalog – es ist der Metakatalog schlechthin. Du kannst also sehr viele Kataloge und Datenbanken gleichzeitig durchsuchen. Wenn du mehr über die Kataloge wissen willst, kannst du jeden einzeln anklicken und dich über sein Angebot schlaumachen.

 

Eine Beispielrecherche

Mit den Begriffen „Führungskraft Personalentscheidungen“ habe ich mal einige Angebote durchsucht (ja, es ist keine ausgefeilte Recherche, ich weiß, aber es geht ums Prinzip – grundsätzlich gehört zu einer guten Literaturrecherche natürlich auch eine Strategie …); den KVK hab ich herausgelassen, weil er als Metakatalog die Ergebnisse nach Katalogen/Datenbanken sortiert ausspielt. Bei Google Scholar habe ich einen Zeitfilter (2019-2020) gesetzt, bei den anderen, so weit möglich, die aktuellsten Titel zuerst anzeigen lassen. Und dann habe ich jeweils die ersten drei Treffer gewählt, wenn es keine Dubletten waren (kommt z. B. bei BASE schon mal vor, weil da mehrere Quellen durchsucht werden.)

 Beispielrecherche_Gastartikel Heike Baller

Du siehst, dass die unterschiedlichen Angebote sehr unterschiedliche Ergebnisse bringen. Und ein Titel taucht an zwei Stellen auf. Könnte also ein Standardwerk sein. Mein Tipp: Nutze für eine gute Literaturrecherche mehrere Quellen.

 

Und was heißt nun „zitieren“ genau?

Wenn du in deinem Blog oder in einem E-Book Gedanken anderer nutzt, um deine Gedanken zu entwickeln, hilft es deinen Leserinnen und Lesern, wenn sie wissen, worauf du aufbaust. Deshalb solltest du deine Quellen angeben. Bei einem einfachen Blogartikel reicht es oft, auf die Quelle zu verlinken – wenn es denn geht. Nicht jede Quelle ermöglicht dies.
Du kannst aber auch nach wissenschaftlichen Kriterien arbeiten. Dann gibst du an der Stelle mit dem Zitat oder der Paraphrasierung eine verlinkte Ziffer an, die zur Angabe im unteren Bereich des Blogs führt. Wie das in deinem Blog genau aussieht, kannst du mit Add-ons oder Plug-ins regeln; das Angebot ist groß. Für WordPress gibt es z. B. wp-footnotes.
Schreibst du ein E-Book, kannst du die Fußnoten in deiner Textverarbeitung einstellen – als klassische Fuß- oder als Endnote, also erst am Ende des gesamten Textes (find ich immer schwierig, bei E-Books erst recht; aber das ist Geschmackssache 😉)

 

Und wozu der ganze Aufwand?

Oben schrieb ich ja schon, dass es deine Gedankengänge für deine Leserinnen und Leser nachvollziehbar macht – das ist ein Alleinstellungsmerkmal, wenn viele andere auch in deinem Gebiet schreibend unterwegs sind und das vielleicht nicht tun. Es erhöht deine Glaubwürdigkeit. Außerdem ist es nur fair denen gegenüber, deren Gedanken du folgst. So einfach ist das 🙂

Heike Baller (Gastautorin)

Heike Baller (Gastautorin)

Rechercheexpertin

Heike Baller arbeitet sein 1995 als freiberufliche Rechercheurin. Seit 2011 bietet sie Kurse rund um Internet- und Literaturrecherche an, u. a. bei der Uni Köln. Sich so richtig ins Wühlen zu begeben, Sachen rausfinden – das macht ihr Freude! Sie ist die “Recherchemeisterin”, die nicht nur StudentInnen zeigt, wo sie am besten ihre Quellen finden!

Mehr zu Heike und ihren Dienstleistungen findest du hier:

https://www.profi-wissen.de

 

Bildnachweis: Fotografin Susanne Fern

 

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