(z.B. unter 3.)Hast du genug vom Chaos, wenn die Kinder krank werden?

 

Bist du eigentlich immer gleich fit und motiviert? Bist du stets gesund und deine Familie auch? Hast du nie Lust das gute Wetter auszunutzen und die Arbeit mal für einen Tag liegen zu lassen? Bist du nie niedergeschlagen, weil es z.B. Streit mit deiner PartnerIn gab? Schläfst du immer erholsam und lang genug? Hast du KundInnen, die dir rechtzeitig wichtige Aufgaben geben oder Termine vereinbaren?

Nein, oder? Wir haben alle Leistungstiefs- und hochs und das ist ganz normal. Wichtig ist nur, wie du damit umgehst.

Lies dir mal folgendes Beispiel einer Kundin durch und schau, ob du dich da wieder findest:

Lisa arbeitet festangestellt in Teilzeit in einer kleinen Firma. Sie hat zwei kleine Kinder und ist alleinerziehend. Eigentlich hat sie ihren Tag gut im Griff, aber alles ist eng getaktet. Als sie eines Sonntagabends ihre Kinder vom Vater abholt, gibt es Streit. Es ging wieder um die Unterhaltszahlungen, was ein regelmäßiges Streitthema der Beiden ist. Lisa geht angespannt und traurig ins Bett, wird zweimal vom jüngsten Kind gerufen und steht wie gerädert am nächsten Morgen auf. Ihre schlechte Stimmung überträgt sich auf die Kinder und der Morgen gestaltet sich dementsprechend. Auf der Arbeit merkt sie, dass sie heute viele Termine hat. Wie soll sie das nur schaffen? Sie beißt die Zähne zusammen und bringt den Vormittag mehr schlecht als recht hinter sich. Wie soll sie nur den Nachmittag und Abend mit den Kindern überstehen?“

Es existieren sieben Arten von Unwägbarkeiten:

  • eigene Stimmungs- und Motivationsschwankungen

  • eigene Krankheiten oder Einschränkungen, z.B. generelles Unwohlsein
  • Krankheiten von Angehörigen, die von dir abhängig sind, z.B. kranke Kinder
  • Stimmung von Angehörigen bzw. nahe stehenden Personen oder Streitereien

  • Ausfälle im Netzwerk, z.B. Ausfall der Tagesmutter wegen Krankheit
  • ungeplante oder spontane Termine und Projekte von KundInnen, Chef oder KollegInnen, eigene Ideen oder die unbedingt zu nutzende tolle Gelegenheit
  • Wetter, Verkehrssituation, z.B. Staus oder Ausfälle von Zügen, und Umgebungsänderungen

Das sind insgesamt Situationen, die man nur schwer beeinflussen kann. Natürlich kann man z.B. viel für seine Gesundheit tun oder prinzipiell etwas für eine gute Stimmung zu Hause tun. Aber gewissen Ereignisse lassen sich weder planen, noch vorhersehen oder beeinflussen.

Nimm nur das Beispiel des guten Wetters. Stelle dir vor, dass du einen langen und kalten Winter hinter dir hast. Du sehnst dich nach Sonne und wärmerer Luft. Eines Tages kommt der erste richtige Frühlingstag. Du möchtest gerne eine Stunde mit einem Kaffee in der Sonne sitzen und dann mit deinem Kind auf den Spielplatz gehen. Das konntest du nicht planen, aber trotzdem ist der schöne, sonnige Tag auf einmal da. Was machst du jetzt? Arbeitest du weiter oder nutzt du den schönen Tag? Da gibt es kein Falsch oder Richtig, sondern nur deine individuelle Strategie.

In der folgenden Tabelle zeige ich dir, wie du mit den sieben Typen der unplanbaren Ereignissen umgehen kannst.

Ereignis

Präventive Maßnahmen

Akute Maßnahmen

1) eigene Stimmungs- und Motivationsschwankungen

  • Regelmäßige Entspannungsübungen und Meditieren nutzen.

  • Coaching oder andere Unterstützung, wenn es belastend wird.

  • Belohne dich für eine kleineren und größeren Erfolge.

  • Plane regelmäßige Pausen ein, z.B. indem du die Pomodoro-Technik nutzt.

  • Schreibe dir einen Notfallplan auf mit schönen Dingen, die du dann machen kannst, z.B. Saunabesuch, Spaziergang oder ein Gespräch mit einer FreundIn.

  • Zulassen und Akzeptieren

  • Pausen machen und wieder Energie tanken

  • Entspannungsübungen

  • schwierige Aufgaben auf einen anderen Tag legen

  • Kommunizieren der Verfassung an wichtige Personen.

  • Die „Stopptaste drücken“: Pause machen, an die frische Luft gehen, Mittagsschlaf machen oder die Umgebung wechseln.

  • Den Notfallplan anwenden (siehe links).

2) eigene Krankheiten oder Einschränkungen

  • Gesunde Ernährung, Sport und Entspannungstechniken anwenden.

  • Akzeptanz der Situation: „Heute ruhe ich mich aus und morgen/nächste Woche sieht es schon besser aus!“

  • kleinere, leichtere Aufgaben machen („5-Minuten-Aufgaben“).

  • wichtige Termine, wenn möglich verschieben, oder Situation erklären.

3) Krankheiten von Angehörigen

  • Netzwerk aufbauen: Unterstützung in Familie oder von Außen.

  • Plan B, C und D machen: „Was mache ich, wenn jemand krank wird?“

  • Akzeptanz der Situation: „Heute ist Pflegetag und morgen/nächste Woche sieht es schon besser aus!“

  • kleinere, leichtere Aufgaben machen („5-Minuten-Aufgaben“).

  • wichtige Termine, wenn möglich verschieben, oder Situation erklären.

4) Stimmung von Angehörigen, Streits und schlechte Kommunikation

  • Eigene Gelassenheit stärken, z.B. durch Meditation und Gelassenheitsübungen.

  • Einschalten von externen und objektiven Personen, z.B. Mediatoren, Coaches oder Erziehungsberatung.

  • Gewaltfreie Kommunikation (GFK)1einüben und anwenden.

  • Durchatmen und die Situation und die Gefühle akzeptieren.

  • Aus der Situation gehen, wenn möglich.

  • Gewaltfrei kommuniziere und Bedürfnis des Gegenübers verstehen.

  • bei längerer Missstimmung, z. B. traurigen Kindern, die Unterstützung brauchen:

    • kleinere, leichtere Aufgaben machen („5-Minuten-Aufgaben“).

    • wichtige Termine, wenn möglich verschieben, oder Situation erklären.

5) Ausfälle im Netzwerk, z.B. Betreuung

  • Plan B, C und D machen (Notfallpläne: „Was mache ich, wenn jemand krank wird? Wer kann einspringen? Wer muss informiert werden? Wie kann ich z.B. meine Kinder beschäftigen, wenn sie zu Hause sind?“

  • Deinen Notfallplan aktivieren: Wer kann einspringen oder helfen? Wie kann ich mir 5-20 Minuten Ruhe organisieren, damit ich etwas arbeiten kann?

  • Wenn nichts geht, dann die anderen Tipps (z.B. unter 3) nutzen: 5-Minuten-Aufgaben, Delegieren, Akzeptanz, Termine verschieben etc.

6) ungeplante Termine, Projekte und Ideen

  • Arbeiten mit Pufferzeiten in der Planung: 100 % Puffer einrechnen!

  • Ein Ideentagebuch führen

  • Die BUBBLE-1-Minute-To-do-Liste führen

  • Ruhe bewahren und Lage analysieren:

    • Wie dringend ist die Aufgabe oder Idee? Kann die Erledigung auch noch warten?

    • Habe ich heute überhaupt noch Ressourcen, um die Aufgabe erledigen? Kann ich Nein sagen?

    • Kann es jemand anderes für mich erledigen (Delegieren)?
  • Beim Ideengewitter:

    • Ideen aufschreiben und eine oder mehrere Nächte darüber schlafen; mit einer anderen Person darüber reden, z.B. Partner, FreundIn, Businessbuddy oder Coach

    • Danach überlegen, ob Idee momentan zu meinen Ressourcen und Zielen passt?

  • Bei schönem Wetter oder anderen tollen Gelegenheiten:

    • Können meine Aufgaben noch einen Tag warten? Wie dringend sind sie?

    • Genieße den Moment ohne Schuldgefühle und nutze die gewonnene Energie, um am nächsten Tag wieder durchzustarten!

7) Wetter, Verkehrssituation, Umgebungsänderungen

  • Ganz pragmatisch: Wetterbericht lesen, Stauprognosen/- berichte hören oder lesen!

  • Wenn dich Umgebungsänderungen negativ beeinflussen:

    • Wie kannst du die Umgebung angenehm für dich machen?

    • Gibt es eine alternative Umgebung, z.B. anderer Raum?

  • Genügend Zeit für Anfahrt zu Terminen oder z.B. Transport von Kindern zu Betreuungseinrich-tungen einplanen

  • Staunachrichten und Wetterbericht erneut checken

  • Fahrzeuge regelmäßig warten, tanken und in Schuss halten.

  • Bei Wartezeiten, z.B. Stau: Tief durchatmen, Entspannungstechniken anwenden, evtl. KundInnen oder andere Personen informieren, dass es später wird!

  • Bei Umgebungswechseln: siehe mittlere Spalte.

Wie ist jetzt Lisa mit ihrem unplanbaren Ereignis umgegangen? In Klammern habe ich die Überbegriffe erwähnt, die du auch in der Tabelle finden kannst!
Nun zu Lisa:

Lisa hat für sich mehrere Strategien erarbeitet. Sie hat z.B. an der Kommunikation mit dem Vater ihrer Kinder gearbeitet und eine Mediatorin des hiesigen Jugendamtes eingeschaltet (Aktivierung Netzwerk). Die Unterhaltszahlungen kommen nun regelmäßig und die Kommunikation ist zwar nicht herzlich, aber sachlicher geworden.

Lisa meditiert nun regelmäßig und geht regelmäßig zum Yoga, während eine Freundin auf die Kinder aufpasst (Entspannungstechniken, Auszeiten und Aktivierung Netzwerk).

Die Morgen werden entspannter, da Lisa nun viel Puffer einplant und 30 Minuten früher aufsteht (Puffer).

Sie benutzt nun die 1-Minuten-To-Liste und ein Ideentagebuch. So ist sie durch ihre Aufgaben weniger gestresst, erledigt nur die dringenden und wichtigen Aufgaben. Sie kommuniziert ihre Bedürfnisse klarer (Gewaltfreie Kommunikation) und legt regelmäßig Pausen ein.
Durch die Strategien und Techniken hat sich Lisas deutlich entspannt. Sie ist trotzdem produktiv und kann abends schlafen, ohne zu grübeln, und erwacht voller Energie am nächsten Morgen!

Nun zu dir: Was möchtest du ausprobieren, damit du gut für die unplanbaren Ereignisse im Leben gerüstet bist? Was funktioniert gut, was nicht so gut? Schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Ich wünsche dir einen erfolgreichen und stressfreien Tag!

Weitere Quellen :

Warkus, I., Delphin Verlag GmbH, 2017. Zeit für mich – 100 Wege zur Achtsamkeit Meditationen, Anleitungen und mehr

Rosenberg, M.B., 2016. Eine Sprache des Lebens, 12., überarbeitete und erweiterte Auflage. ed, Gewaltfreie Kommunikation. Junfermann Verlag, Paderborn.

Katrin Wczasek

Katrin Wczasek

Expertin für gelassenes und erfolgreiches Arbeiten für Selbstständige mit Kind

Als ehemalige Projektmanagerin und mittlerweile Selbstständige mit 2 Kindern kenne ich mich sehr gut mit der flexiblen Planung und der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie aus. Mein Motto, aus dem dann das BUBBLE-Prinzip entstanden ist, lautet: Auch du kannst erfolgreich und gelassen im Business mit Kind sein.

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